Was, wer, warum?

Was?

Was bedeutet BNE?

In der Natur über die Natur lernen: So kann Bildung für nachhaltige Entwicklung praktisch aussehen

BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn Menschen weltweitgegenwärtig und in Zukunft, würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung planetarer Grenzen entfalten können. Eine solche gesellschaftliche Transformation erfordert starke Institutionen, partizipative Entscheidungen und Konfliktlösungen, Wissen, Technologien sowie neue Verhaltensmuster.

BNE befähigt Menschen zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln. Dabei stehen verschiedene Fragen im Vordergrund. Etwa: Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen in meiner Kommune oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht? Oder was können wir gegen Armut tun?

Zusammengefasst: BNE ermöglicht es allen Menschen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvollenachhaltige Entscheidungen zu treffen. Das Idealziel wäre somit, den Planeten in einem besseren Zustand zu hinterlassen, als man ihn vorgefunden hat.

Die Agenda 2030 - fünf Kernbotschaften

Die 17 Ziele der vereinten Nationen in der Übersicht

Die Agenda 2030 ist ein globaler Aktionsplan, der von den Vereinten Nationen im September 2015 verabschiedet wurde. Sie zielt darauf ab, nachhaltige Entwicklung zu fördern und globale Herausforderungen wie Armut, Ungleichheit und den Klimawandel anzugehen. Die Agenda 2030 umfasst 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen und ist eine der ehrgeizigsten und umfassendsten Initiativen für nachhaltige Entwicklung, die je auf internationaler Ebene vereinbart wurde. Sie bietet einen Fahrplan für Regierungen, Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen, um gemeinsam an einer besseren Zukunft für alle zu arbeiten. Die Erreichung dieser Ziele erfordert Zusammenarbeit, Innovation und Engagement von allen Beteiligten.

Die Präambel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung benennt fünf Kernbotschaften (die sogenannten 5 Ps), die den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt sind. Keines der Ziele steht demnach für sich allein, alle überschneiden sich in diesen fünf übergeordneten Handlungsprinzipien:
Menschen (People): Armut und Hunger beenden und die Gleichstellung aller Menschen sichern.
Planet (Planet): Den Planeten schützen, Klimawandel bekämpfen und natürliche Ressourcen bewahren.
Wohlstand (Prosperity): Ein erfülltes und gesundes Leben in Einklang mit der Natur für alle fördern.
Frieden (Peace): Gewaltfreie Gesellschaften, Gerechtigkeit und starke Institutionen aufbauen (Ziel 16).
Partnerschaft (Partnership): Globale Zusammenarbeit und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele bündeln (Ziel 17).

Die drei Dimensionen und wie sich die Ziele überschneiden

Drei Dimensionen der Nachhaltigkeit als Säulen-Diagramm

Die Schnittmenge und das Grundprinzip der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen lassen sich am besten durch die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Soziales, Wirtschaft) und durch die fünf Kernbotschaften erklären. Die Überschneidungen der verschiedenen Ziele basieren auf dem Verständnis, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen eng miteinander verwoben sind und nur gemeinsam gelöst werden können. 

Der systemische Ansatz dabei ist zentral: So wirkt sich zum Beispiel der Klimaschutz (Ziel 13) unmittelbar auf die Ernährungssicherheit (Ziel 2) aus. Gute Bildung (Ziel 4) ist wiederum der Schlüssel zur Bekämpfung von Armut (Ziel 1) und zur Verringerung von Ungleichheiten (Ziel 10).
Die Überscheidungen nach den drei Dimensionen konkret:
Soziales (Menschen): Beinhaltet die Beendigung von Armut (Ziel 1) und Hunger (Ziel 2) sowie die Förderung von Gesundheit (Ziel 3), Bildung (Ziel 4) und Geschlechtergerechtigkeit (Ziel 5). Auch Ziel 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) gehört in die soziale Dimension. 
Wirtschaft (Wohlstand): Setzt auf menschenwürdige Arbeit (Ziel 8), nachhaltige Industrie/Infrastruktur (Ziel 9) und die Reduzierung von Ungleichheiten (Ziel 10). Das Ziel 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) hat sowohl Überschneidungen in dieser und in der ökologischen Dimension.
Ökologie (Planet): Bezieht sich auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen durch Klimaschutz (Ziel 13), sauberes Wasser (Ziel 6), bezahlbare und saubere Energie (Ziel 7), nachhaltigen Konsum (Ziel 12) sowie den Schutz der Biosphäre an Land (Ziel 15) und im Wasser (Ziel 14).
Ziel 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele): Gehört zu keiner der genannten Dimension, sondern ist ein Ziel, das übergreifend gilt. Es hält das gesamte System zusammen und schneidet alle Dimensionen gleichermaßen, da die Ziele nur durch globale, sektorübergreifende Zusammenarbeit erreicht werden können.

Wer?

An wen richtet sich Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Welchen Einfluss hat Plastik auf den Planeten? Wie können Materialien recycelt werden? Diese und andere Fragen beantwortet Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung richtet sich grundsätzlich als Bildungskonzept an alle Menschen. Es ist darauf ausgerichtet, Menschen jeden Alters in die Lage zu versetzen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und zukunftsfähig sowie verantwortungsvoll zu handeln. 

BNE als Bildungskonzept verfolgt unterschiedliche Ansätze.

- Für Kinder und Jugendliche soll die Thematik bereits in der Kita, Schule und Jugendarbeit dazu anregen, ein ökologisches und soziales Bewusstsein zu entwickeln und die Folgen des eigenen Handelns zu erkennen.

- Erwachsene können am Arbeitsplatz, im familiären Umfeld oder bei der Ausübung eines Ehrenamts mit BNE in Kontakt kommen. Auch in der Erwachsenenbildung kann BNE ihren Platz haben.

-Lehrkräfte, Erzieher*innen und Multilikator*innen allgemein sind eine besonders wichtige Zielgruppe für Bildung für nachhaltige Entwicklung, da sie ihr Wissen weitergeben und das Bildungskonzept in ihre Einrichtungen integrieren können.

- Nicht zuletzt sind Politiker*innen und Entscheidungsträger*innen in der öffentlichen Verwaltung und in Unternehmen Adressat von BNE, da sie Entscheidungsprozesse anstoßen können.

Fördergelder für BNE im Heidekreis

Für das Projekt Bildungskommune erhält der Heidekreis Fördergelder.

Der Landkreis Heidekreis hat das Themenfeld Bildung für nachhaltige Entwicklung als einen Schwerpunkt in seinem Antrag auf das Förderprogramm Bildungskommune gewählt. Im Rahmen dieses Programms des Bildungsministeriums für Bildung, Frauen, Senioren und Familie (BMBFSJ) erhält der Heidekreis über einen Zeitraum von sechs Jahren Fördergelder. 

Warum?

Warum beschäftigt sich der Heidekreis damit?

Das Ziel ist es, Bürger*innen für das Thema BNE zu sensibilisieren und konkrete Angebote in der kommunalen Bildungslandschaft zu installieren. Der Netzwerkarbeit und der Schaffung von Lernangeboten in Bezug auf BNE kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Die damit zusammenhängenden Bemühungen und Veränderungen in der Bildungslandschaft Heidekreis sind dem Nachhaltigkeitsziel 4 (Hochwertige Bildung) zuzuordnen.

Nicht zuletzt ist der Landkreis Heidekreis aber auch durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, den Nationalen Aktionsplan BNE und die Kernindikatoren für Kommunen dazu angehalten, die 17 Ziele der Vereinten Nationen umzusetzen.