Die Zahl des Quartals

8-9-10

In diesem Newsletter geht es um die Nachhaltigkeitsziele 8, 9 und 10. Wie auch bei vorangegangenen Zielen werden die Kernindikatoren des SDG-Portals herangezogen, die für jedes der weltweiten Ziele Indikatoren beschreiben, die auf der kommunalen Ebene nachvollziehbar und mit Daten belegbar sind ( https://sdg-portal.de/de/).

Das Nachhaltigkeitsziel 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Positive Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Niedersachsen und im Heidekreis. (Quelle: Statistische Ämter der Länder).

Bei diesem Ziel geht es um gute Arbeitsbedingungen für alle Menschen, aber ebenso auch darum, ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern und Arbeitsrechte zu schützen. Für Deutschland sollte es dabei zentral sein, dass nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Ländern, die für Deutschland produzieren oder uns zuliefern, faire Arbeitsbedingungen gegeben sind. Für den Wohlstand sind Arbeitsplätze von entscheidender Bedeutung und eine starke Wirtschaft sichert nicht zuletzt auch das soziale Netz. Dennoch: Deutschland als eine der reichsten Industrienationen lebt ökologisch gesehen über seine Verhältnisse. Allein, um Deutschlands Ressourcenverbrauch zu decken, wären mehr als eine Erde notwendig. Das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und dabei auf ökologische Nachaltigkeit ebenso zu achten wie auf soziale und intergenerationale Gerechtigkeit, bleibt eine große Herausforderung. Wie die Bundesregierung diese meistern will, ist unter anderem in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu finden.

Zu den Kernindikatoren, die auf kommunaler Ebene relevant sind, gehören unter anderem das Bruttoinlandsprodukt, die Langzeitarbeitslosenquote oder auch die Beschäftigungsquote, jeweils nach verschiedenen Altersgruppen unterteilt. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner*in ist im Heidekreis und auch in Niedersachsen zwischen 2019 und 2022 deutlich gestiegen und lag im Heidekreis zuletzt bei 40375 € pro Einwohner*in. Bei anderen Kernindikatoren, wie zum Beispiel der Langzeitarbeitslosenquote haben sich die Werte im Zeitraum zwischen 2022 und 2023 verschlechtert, die Quote lag 2023 bei 3,77 % 

Das Nachhaltigkeitsziel 9- Industrie, Innovation und Infrastruktur

Die Situation der Neugründungen ist im Heidekreis und in Niedersachsen auf gleichbleibendem Niveau.

Ziel Nummer 9 hat Überschneidungen mit Ziel Nummer 8, denn es geht darum, eine nachhaltige und integrative Industrialisierung zu fördern, die Arbeitsplätze schafft und den Wohlstand sichert oder steigert. Relevante Teilziele für deutsche Kommunen sind unter anderem der Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur, die Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur, die Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation, die Erweiterung des Zugangs zur Informations- und Kommunikationstechnologie sowie die Verbesserung einer nachhaltigen Infrastruktur in den Entwicklungsländern. 

Ein Kernindikator für Kommunen zum Nachhaltigkeitsziel 9 ist die Entwicklung von Existenzgründungen je 1000 Einwohner*innen. Hier ist die Situation im Heidekreis und auch in Niedersachsen in den vergangenen Jahren relativ stabil, denn je 1000 Einwohner*innen gibt es ca. 7 Neugründungen pro Jahr. Weitere Kernindikatoren für Kommunen sind die Breitbandversorgung privater Haushalte und die Anzahl von Hochqualifizierten am Arbeitsort.

Das Nachhaltigkeitsziel 10 - Weniger Ungleichheiten

Im Schuljahr 2024 erreichten deutlich mehr junge Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Heidekreis keinen Schulabschluss. Quelle: LSN Online, Tabellen K3002519 und K3002520

Bei diesem Nachhaltigkeitsziel geht es um Inklusion und die Förderung von Bevölkerungsgruppen in sozialer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Gleiche Chancen für alle, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder sexueller Orientierung. Was messbar ist: Wirtschaftlich gesehen sinkt weltweit der Anteil von Arbeitseinkommen am Bruttoinlandsprodukt. Das bedeutet, es wird immer mehr erwirtschaftet, die Produktivität wächst. Aber: Immer weniger davon fließt in den Lohn der Arbeitenden, was ein Indikator für Ungleichheit ist. Auch in Deutschland als reichem Industrieland gibt es noch viele Ungleichheiten, die der Staat ausgleichen müsste, zum Beispiel durch Steuern und die Umverteilung von Geld, aber auch durch die Schaffung von gleichberechtigten Zugängen zu Bildung. Dies gelingt häufig noch nicht gut, was zum Beispiel bei den erreichten Schulabschlüssen deutlich wird. Ausländer*innen erreichen in Deutschland immer noch seltener überhaupt einen Schulabschluss und sind im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung auch in der beruflichen Ausbildung unterrepräsentiert. Dies zeigt sich auch an den Schulabschlussquoten im Heidekreis: 2024 schafften 21,3 % der Jugendlichen ohne deutsche Staatsangehörigkeit keinen Hauptschulabschluss, bei den deutschen Staatsangehörigen waren es 7,1 %. Ein Abitur schaffen demgegenüber nur 5,3 % der Ausländer*innen, aber 31,6 % der deutschen Schüler*innen im Heidekreis.