Die Zahl des Quartals

11-12-13

In diesem Newsletter geht es um die Nachhaltigkeitsziele 11, 12 und 13. Diese Ziele überschneiden sich stark, weil nachhaltige Städte, ressourcenschonender Konsum und Klimaschutz eng verbunden sind: klimaresiliente Infrastruktur, energieeffiziente Gebäude, nachhaltige Mobilität, Abfallvermeidung und umweltfreundliche Produktions- und Lebensweisen fördern gleichzeitig soziale Gerechtigkeit, Ressourcenschonung und den Klimaschutz. Wie auch bei vorangegangenen Zielen werden die Kernindikatoren des SDG-Portals herangezogen, die für jedes der weltweiten Ziele Indikatoren beschreiben, die auf der kommunalen Ebene nachvollziehbar und mit Daten belegbar sind ( https://sdg-portal.de/de/).

Das Nachhaltigkeitsziel 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

Während im Jahr 2020 0,41% der zugelassenen PKW im Heidekreis einen Elektroantrieb hatten, sind es 2023 schon 1,66%.

Ziel 11 der UN-Nachhaltigkeitsziele strebt an, Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten. In Deutschland bedeutet das zum Beispiel, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, städtische Grünflächen zu fördern und die Städte klimaresilient zu machen. International geht es zudem darum, in allen Ländern menschenwürdige Wohn- und Lebensbedingungen zu sichern, den Zugang zu Infrastruktur und Verkehr zu verbessern und die städtische Entwicklung so zu gestalten, dass sie Umweltbelastungen minimiert und soziale Gerechtigkeit stärkt.

Ziel 11 hat zahlreiche Überschneidungen mit anderen Nachhaltigkeitszielen, weil lebenswerte Städte viele Bereiche – Umwelt, Soziales, Wirtschaft – gleichzeitig betreffen. Die wichtigsten Überschneidungen:

Ziel 6 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen:

  • Städte benötigen eine nachhaltige Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallmanagement.

Ziel 7 – Bezahlbare und saubere Energie:

  • Energieeffiziente Gebäude, nachhaltige Infrastruktur und erneuerbare Energien in Städten unterstützen beide Ziele.

Ziel 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum:

  • Städte sind Zentren von Wirtschaft und Arbeitsplätzen; nachhaltige Stadtentwicklung fördert soziale Integration und faire Arbeitsbedingungen.

Ziel 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur:

  • Innovative urbane Infrastruktur, Mobilitätssysteme und nachhaltige Bauweisen sind zentrale Schnittpunkte.

Ziel 12 – Verantwortungsvoller Konsum und Produktion:

  • Ressourcenschonende Bauweisen, Abfallvermeidung, Recycling und nachhaltige städtische Dienstleistungen sind eng verknüpft.

Ziel 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz:

  • Städte müssen klimaresilient geplant werden, Emissionen reduzieren und auf Extremwetter reagieren.

Ziel 15 – Leben an Land:

  • Schutz von Grünflächen, Parks und urbaner Biodiversität unterstützt das Ziel 11 und trägt zum Erhalt von Ökosystemen bei.

Ziel 11 bildet damit praktisch einen Knotenpunkt, weil nachhaltige Städte gleichzeitig Klimaschutz, Ressourcenschonung und soziale Gerechtigkeit erfordern.

Zu den insgesamt 11 Indikatoren, die auf kommunaler Ebene zur Messung dieses Ziels herangezogen werden, zählen unter anderen: Mietpreise pro Quadratmeter, die PKW-Dichte und wie viele Einwohner*innen einen PKW mit Elektroantrieb fahren, aber auch die Zahl derer, die im Straßenverkehr verunglücken oder der Anteil an Naherholungsflächen. 

Im Heidekreis entwickelt sich zum Beispiel der Indikator “PKW mit Elektroantrieb” in den letzten Jahren positiv. Insbesondere nach 2020 ist der Anteil der zugelassenen PKW mit Elektroantrieb im Heidekreis kontinuierlich angestiegen (siehe Bild).

Das Nachhaltigkeitsziel 12 - Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Steigende Abfallmengen pro Einwohner*in in den Jahren seit 2018, insbesondere in den Jahren der Pandemie deutlich erhöht (0,54 Tonnen/Einwohner*in in 2020 zu 0,48 Tonnen in 2018)

Ziel 12 der Nachhaltigkeitsstrategie fördert einen ressourcenschonenden, umweltfreundlichen und sozial verantwortlichen Konsum und Produktion. In Deutschland geht es dabei um nachhaltige Lieferketten, Abfallvermeidung, Recycling und bewusste Kaufentscheidungen; international umfasst es zusätzlich die Förderung global nachhaltiger Produktionsstandards, faire Arbeitsbedingungen und die Reduzierung von Umweltbelastungen in allen Ländern.

Ziel 12 überschneidet sich stark mit mehreren anderen Nachhaltigkeitszielen und wirkt wie ein „Verbindungsglied“ zwischen Umweltschutz, sozialer Verantwortung und nachhaltiger Wirtschaft. Einige zentrale Überschneidungen:

Ziel 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden:

  • Nachhaltige Stadtplanung und Infrastruktur erfordert ressourcenschonende Materialien und Energieeffizienz, also direkte Bezüge zu Produktion und Konsum.
  • Abfallvermeidung und Recycling in Städten unterstützen die Ziele von Ziel 12.

Ziel 13 – Klimaschutz:

  • Effizienter Energie- und Materialeinsatz in Produktion und Konsum reduziert Treibhausgasemissionen.
  • Klimafreundliche Lieferketten tragen direkt zum Klimaschutz bei.

Ziel 7 – Bezahlbare und saubere Energie:

  • Nachhaltige Produktion erfordert den Einsatz erneuerbarer Energien und energieeffiziente Technologien.

Ziel 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum:

  • Verantwortungsvoller Konsum hängt auch von fairen Produktionsbedingungen und ethischen Lieferketten ab.

Ziel 14 & 15 – Leben unter Wasser / Leben an Land:

  • Reduktion von Abfall, insbesondere Plastik, schützt Ökosysteme auf Land und im Wasser. 

Auf kommunaler Ebene werden für Ziel 12 zwei Indikatoren herangezogen: der Trinkwasserverbrauch der privaten Haushalte und die Abfallmenge, beides jeweils auf die Einwohner*innen bezogen. So ist zwar die Abfallmenge pro Einwohner*in (siehe Bild)  in den letzten Jahren zurück gegangen, befindet sich aber immer noch über dem niedrigstem Wert, der in 2018 gemessen wurde, weswegen dieser Indikator insgesamt als negativ (rot) bewertet wird.

Das Nachhaltigkeitsziel 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz

Verändert sich nur minimal: Die Siedlungslast im Überschwemmungsgebiet

Ziel 13 fordert Maßnahmen gegen den Klimawandel und seine Folgen. In Deutschland bedeutet das unter anderem die Reduktion von Treibhausgasen, die Förderung erneuerbarer Energien und klimaresiliente Infrastruktur; international zielt es darauf ab, globale Klimaschutzabkommen umzusetzen, Länder bei Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen und die globale Erwärmung zu begrenzen.

Ziel 13 hat viele Überschneidungen mit anderen Nachhaltigkeitszielen, weil Klimaschutz fast alle Bereiche von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft betrifft. Die wichtigsten sind:

Ziel 7 – Bezahlbare und saubere Energie:

  • Klimaschutz hängt stark von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und sauberer Energieversorgung ab.

Ziel 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden:

  • Klimafreundliche Stadtplanung, energieeffiziente Gebäude und klimaresiliente Infrastruktur unterstützen beide Ziele.

Ziel 12 – Verantwortungsvoller Konsum und Produktion:

  • Ressourcenschonende Produktion, nachhaltige Lieferketten und Abfallvermeidung tragen zur Reduktion von Treibhausgasen bei.

Ziel 14 & 15 – Leben unter Wasser / Leben an Land:

  • Klimaschutz hilft, Ökosysteme, Biodiversität und Meeresumwelt vor den Folgen von Erwärmung und Extremwetter zu schützen.

Ziel 1 & 2 – Keine Armut / Kein Hunger:

  • Klimawandel verschärft Armut und Ernährungsunsicherheit; Klimaanpassung unterstützt die soziale Sicherheit.

Ziel 6 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen:

  • Extremwetter wie Dürren oder Starkregen beeinflussen Wasserverfügbarkeit; Klimaschutz und Anpassung sind eng verbunden.

Man kann also sagen: Ziel 13 wirkt wie ein Querschnittsthema, das alle ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereiche berührt.

Trotz der vielen Überschneidungen mit anderen Zielen weist das SDG-Portal nur einen Indikator auf kommunaler Ebene aus und zwar die Siedlungslast im Überschwemmungsgebiet. Hierbei geht es vor allem darum, wieviel Prozent der Fläche des Landkreises dort besiedelt ist, wo Überschwemmungen wahrscheinlich sind. Die Grafik zeigt, dass sich dieser Wert für den Heidekreis in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert hat.