Das Nachhaltigkeitsziel Nummer 4 – Hochwertige Bildung - ist das Ziel, mit dem wir uns als Bildungslandschaft wohl am intensivsten auseinander setzen und in dem wir am meisten erreichen können. Bildung für nachhaltige Entwicklung selbst ist ein Unterziel, denn nicht zuletzt geht es darum, den Menschen die Zusammenhänge zu verdeutlichen, welche Konsequenzen ihr eigener Lebensstil nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Umwelt und selbst für Menschen am anderen Ende der Welt hat.
Bei diesem Ziel geht es um einen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Bildung, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Behinderung. Geschlechtsspezifische Ungleichheiten sollen abgebaut und insbesondere Mädchen und Frauen sollen mehr Teilhabe an Bildung bekommen. Das lebenslange Lernen soll gefördert werden, damit Menschen kontinuierlich neues Wissen erwerben.
Das Ziel 4 enthält verschiedene Unterziele:
- Kostenlose Grund- und Sekundarschulbildung
- Gleichberechtigter Zugang zu qualitativ hochwertiger frühkindlicher Bildung
- Gleichberechtigter Zugang zu bezahlbarer fachlicher, beruflicher und tertiärer Bildung
- Erhöhung der Anzahl von Personen mit relevanten Fähigkeiten für beruflichen Erfolg
- Beseitigung aller Diskriminierungen im Bildungswesen
- Allgemeine Alphabetisierung und Rechenfähigkeit
- Bildung für nachhaltige Entwicklung und Weltbürgerschaft
- Aufbau und Ausbau inklusiver und sicherer Schulen
- Ausweitung von Hochschulstipendien für Entwicklungsländer
- Erhöhung des Angebots an qualifizierten Lehrkräften in Entwicklungsländern
Bei den drei zuletzt genannten Unterzielen handelt es sich um solche, die insbesondere in Entwicklungsländern stärker vorangebracht werden sollen.
In Deutschland hat Bildung insgesamt einen hohen Stellenwert. Mit dem Bildungsstand steigen die Chancen eines Menschen, ein gesichertes Einkommen erreichen zu können. Ein Zusammenhang zwischen hochwertiger Bildung in der Familie und dem späteren Schulabschluss ist statistisch belegt. Der Bildungsstand der deutschen Bevölkerung ist insgesamt zwar hoch (viele Abiturienten, viele Personen mit einem Fachhochschulabschluss), dennoch gibt es auch in Deutschland 6,2 Millionen Menschen, die nicht lesen und schreiben können, die Hälfte von ihnen sind Personen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist (Quelle: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend).
Quote der Schulabbrecher*innen
Die Kernindikatoren für Kommunen, anhand derer zum Teil der Fortschritt in der Umsetzung abgelesen wird, lauten:
- Wohnungsnahe Versorgung mit Grundschulen
- Schulabbrecherquote
- Betreuung von Kindern (unter 3-jährige) und
- Integrative Kindertageseinrichtungen
Im Bildungsbericht des Heidekreises aus dem Jahr 2024 wurde insbesondere auffällig, dass die Quote der Schulabbrecher*innen sich signifikant erhöht hatte. 11% (oder 163) der jungen Menschen, die im Schuljahr 2022 im Heidekreis die Schule verließen, hatten keinen Hauptschulabschluss, das waren deutlich mehr als in den Vorjahren. Besonders junge Menschen ohne deutschen Pass schafften es nicht, einen Hauptschulabschluss zu erlangen (26 von 129). Eine genauere Recherche hat mittlerweile erste Ergebnisse gebracht: Viele der jungen Menschen, die keine Abschluss erreicht haben, hatten einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf Lernen (70). Durch die Schließung der Förderschulen Lernen in Niedersachsen bis zum Jahr 2028 lernen jetzt immer mehr Schüler*innen mit diesem Unterstützungsbedarf an den Regelschulen. Wird dieser Förderbedarf aber nicht rechtzeitig aufgehoben, ist ein Hauptschulabschluss nicht möglich. Zudem fehlen unter Umständen bei manchen dieser Schüler*innen tatsächliche Fähigkeiten zum Erlangen des Hauptschulabschlusses.
Im Schuljahr 2023 hat sich die Situation – jedenfalls statistisch- entspannt. Hier gab es „nur“ noch 8 %, die keinen Hauptschulabschluss erreicht haben. 114 Personen schafften 2023 keinen Hauptschulabschluss, davon besuchten 55 eine Förderschule Lernen oder Geistige Entwicklung (GE), an denen kein Hauptschulabschluss möglich ist. Allerdings: Unter den jungen Menschen ohne deutschen Pass sind es 21,3 % oder 20 von 94 Personen (im Vergleich zu 24, 8 % im Schuljahr 2022). Auch hier sind 6 Personen eingerechnet, die eine Förderschule Lernen oder GE besuchten.
Noch mehr Informationen?
Weitergehende Informationen zur Umsetzung der Unterziele nach Bundesländern sind hier zu finden.